Über CMM

Situation

Viele Frauen in den indischen Bundesstaaten Telangana und Andhra Pradesh sind Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Auch Kinder werden in die Prostitution gezwungen. Eltern in ländlichen Regionen geben ihre Kinder gegen das Versprechen einer Schulbildung und eines besseren Lebens in der Stadt an Mittelmänner weiter. Dieser Handel wird durch Armut, Unaufgeklärtheit und das Fehlen eines Schutzsystems ermöglicht. Viele Frauen und ihre Kinder werden außerdem durch ihr Umfeld der Prostitution mit HIV/AIDS infiziert.

Wirken der NGO

Chaithanya Mahila Mandali arbeitet seit 15 Jahren daran, Kinder und Frauen aus der Gewalt von Menschenhändlern zu befreien. Es wird so vielen Kindern, Mädchen und Frauen wie möglich mit verschiedenen Hilfsangeboten wie Betreuung der Betroffenen zu Hause,

Traumatherapie, psycho-sozialer Therapie, medizinischer Hilfe, Unterstützung mit Lebensmitteln und dem Ermöglichen einer qualitativ hochwertigen Bildung geholfen.

 

Chaithanya Mahila Mandali (CMM) bietet Kindern, die Gefahr laufen, in die Prostitution gezwungen zu werden, Hoffnung und Schutz. Ziel der Organisation ist es, sie davor zu bewahren, im Erwachsenenalter in die Prostitution zu geraten. Im „Chaithanya Happy Home“ (CHH), CMM´s Waisenhaus, bekommen 42 junge Mädchen die Chance auf eine gute Schulbildung, eine ausreichende und ausgewogene Ernährung sowie ein sicheres und sauberes Zuhause.

                                                              

Außerdem arbeitet CMM mit Frauen zusammen, die bereits in die Prostitution gezwungen wurden. Die Organisation ermöglicht ihnen, ein alternatives Lebensmodell und ihren Weg zurück in ein Leben mit Würde zu finden. Allerdings ist nicht jede Frau dazu bereit, ihre Tätigkeit als Prostituierte komplett aufzugeben, da einige drogen- und alkoholabhängig oder von Krankheiten wie etwa Diabetes und HIV/AIDS betroffen sind. Denjenigen, die aus der Prostitution ausbrechen wollen, ermöglicht CMM ein besseres Leben zu führen. Dafür stehen den Frauen Angebote wie kostenlose regelmäßige Gesundheits- und AIDS-Untersuchungen sowie Medikamente zur Verfügung, sie werden über Geschlechtskrankheiten aufgeklärt und ihnen werden Sprechstunden angeboten. Zudem werden kostenlos Kondome verteilt.

 

Chaithanya Mahila Mandali arbeitet auch mit sozial benachteiligten Kindern, jungen Mädchen und Frauen aus dem ländlichen und städtischem Umfeld. Die Organisation hilft ihnen dabei, sich vor Kinder- und Menschenhandel, Arbeitslosigkeit und Armut sowie körperlicher und sexueller Misshandlung zu schützen. Dazu werden ihnen wichtige Lebensfähigkeiten beigebracht, berufliche Perspektiven aufgezeigt, um ein unabhängiges Leben aufzubauen, und versucht, Analphabetismus zu bekämpfen sowie gegen das System der Mitgift anzugehen.

Erfolge

CMM rettet Kinder, Jugendliche und Frauen und gibt ihnen die Möglichkeit, ein sicheres und würdevolles Leben zu führen. Dies ermöglicht es ihnen, aus dem Teufelskreis der Verletzlichkeit und Armut auszubrechen und eine erfolgreiche und unabhängige Zukunft anzustreben.

                                                           

Mit ihrer Arbeit dient die Organisation CMM als Vorbild für die indische Bevölkerung, indem sie aufzeigt, dass sozial benachteiligte Menschen eine große Bedeutung für die Gesellschaft haben und erfolgreich nach einem besseren Leben streben können. Dies zeigt CMM vor allem damit, dass die Organisation selbst von einer aus dem Sexhandel ausgebrochenen Frau gegründet wurde – Jayamma Bandari.

Vision, Mission und Ziele

Vision

Verletzliche Kinder, Jugendliche und Frauen stärken. Gegen Analphabetismus, soziale Ungerechtigkeit, Misshandlung, Armut und Hunger ankämpfen. Für eine bessere Zukunft kämpfen.

Mission

Langfristige Lösungen finden, um Analphabetismus, soziale Ungerechtigkeit, Armut und Hunger zu bekämpfen sowie eine Vorbildfunktion für die Gesellschaft einnehmen.

Werte

  • Solidarität
  • Partnerschaft
  • Stärkung
  • Streben nach Exzellenz
  • Verantwortung
  • Gleichberechtigung
  • Subsidiarität

Ziele

CMM´s Ziele sind...

... mit gleichgesinnten Institutionen und Menschen in Indien und auf der ganzen Welt kooperieren

... die Fähigkeiten von Frauen und Kindern für gemeindeorganisierte Projekte (CBO´s) nutzen

... sich den Medien und der Forschung zur Verfügung stellen, um Wissen und Erfahrung zu teilen

... Freiwilligentätigkeit fördern

 

 

CMMs Zielgruppe sind Frauen und Kinder aus dem Umfeld der Prostitution; die meisten von ihnen  sind solche, die durch Menschenhandel in die Prostitution gezwungen wurden, und viele von ihnen sind HIV/AIDS-infiziert.

CMM möchte...

... über HIV/AIDS und andere Geschlechtskrankheiten informieren

... Kinder vor der Prostitution zu schützen

... Rehabilitation von Frauen, die gewillt sind, aus der Prostitution auszubrechen, ermöglichen

... Betroffenen durch institutioneller und gemeindebasierter Hilfe, Bildung und Weiterbildung helfen

... medizinische Hilfe anbieten

... für rechtlichen Beistand sorgen

... Pflege, ein Zuhause und die nötigen Einrichtungen für Waisen zur Verfügung stellen

... eine Gemeinschaft für Prostituierte und HIV-Infizierte schaffen und Mitgliedschaften in einem derartigen Netzwerk fördern

... wirtschaftliche Entwicklung durch Mikro-Kredite und Selbsthilfe-Konzepte ermöglichen

... Informationen über Menschenrechte und Schutzverordnungen bereitstellen

... Beratung jeglicher Art anbieten

Prämissen

  1. CMM hilft allen Menschen, egal welcher Religion, Kaste und Hautfarbe
  2. CMM fördert keine Prostitution – gleichzeitig urteilt CMM nicht.
  3. CMM lehnt es ab, Prostitution als Beruf wie jeden anderen anzusehen, da viele Betroffene in die Prostitution gezwungen wurden. Deshalb sollen nächste Generationen geschützt werden.
  4. CMM glaubt an Rehabilitierung, jedoch nicht an erzwungene Rehabilitierung.
  5. Kinder, Mädchen und Frauen in der Prostitution sind Opfer und keine Täter, weshalb eine Bestrafung nicht ihnen gelten sollte.

Geschichte

Chaithanya Mahila Mandali wurde 2001 gegründet.

Am Anfang handelte es sich lediglich um eine Plattform, die von Frauen aus der Prostitution gegründet wurde und Frauen und Kindern, die mit sozialer Ungerechtigkeit, Armut und Hunger zu kämpfen hatten, Hilfe anbot.

Über die Jahre hat sich das Tätigkeitsfeld der Organisation immens vergrößert: Im Fokus stehen nun die Vorbeugung und Überwachung von sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten, der Schutz von Kindern und Frauen vor Menschenhandel und Prostitution, das Aufzeigen alternativer Lebensmodelle und Verdienstmöglichkeiten sowie die Rehabilitation von ehemaligen Prostituierten, die dieser Tätigkeit entfliehen wollen.

 

CMMs erstes Team,

geführt von Frau Jayamma im Jahr 2001


Über die Präsidentin Jayamma Bandari

 

 „Tausende Frauen nennen mich heute ‘amma’ (Mama). Das reflektiert ihr Vertrauen in mich und ihre Liebe zu mir. Das ist die größte Ehre für mich.“ – Jayamma Bandari

„Thousands of woman today call me ‘amma’ (mother). It refelcts their love and trust in me. This is the greatest honor for me.“ (Jayamma Bandari)


 

 „Tausende Frauen nennen mich heute ‘amma’ (Mama). Das reflektiert ihr Vertrauen in mich und ihre Liebe zu mir. Das ist die größte Ehre für mich.“ – Jayamma Bandari

„Thousands of woman today call me ‘amma’ (mother). It refelcts their love and trust in me. This is the greatest honor for me.“ (Jayamma Bandari)

 

„Bescheidenheit, gepaart mit einem eisernen Willen, den Unterdrückten aufzuhelfen. Das ist die besondere Kombination, die Jayamma zu der inspirierenden Person macht, die sie ist.“ – Stella Paul

„Humility, combined wit an iron will to uplift the downtrodded. It is this unique combination that makes Jayamma the inspiring woman that she is.“ (Stella Paul)

 

Seit 2001 lebt Jayamma Bandari in Secunderabad und betreut die Organisation Chaithanya Mahila Mandali (CMM). Sie hilft Frauen, die mit demselben Schicksal wie einst sie zu kämpfen haben; denn sie schaffte es, diesem zu entfliehen.

 

Jayamma – Eine Waise

Jayamma verlor ihre Eltern im Alter von 3 Jahren und wuchs bei ihren Großeltern in einem entlegenen Dorf in der Nalgonda Gegend in Andhra Pradesh auf.

Mit 14 verlor sie auch ihre Großeltern und ihr bisheriges Leben kam zu einem Ende.

Von diesem Zeitpunkt an lebte Jayamma unter der Obhut ihres Onkels, welcher sie zwang, zu arbeiten, statt zur Schule zu gehen, um Geld für die Familie zu verdienen.

Ihr Onkel suchte einen Bräutigam für sie. Doch da er keine weitere Hochzeit bezahlen konnte, sollte sie dazu gezwungen werden, einen schon verheirateten Mann zu heiraten. Auch wenn sie diesen Mann schlussendlich nicht heiratete, fand der Druck, den ihr Onkel auf sie ausübte, kein Ende.

 

Jayamma – Mutter und Ehefrau

Eines Tages ging Jayamma auf die Hochzeit ihrer Cousine in Yadagirigutta. Dort lernte sie einen Mann kennen, in den sie sich verliebte und der sie später dazu überredete, ihn zu heiraten. Beide verließen ihre Familien und heirateten im Jahre 1995 im Yadagirigutta Tempel.

Anschließend lebte Jayamma bei ihrer Schwester. Ihr Mann lebte weiterhin in Hyderabad, besuchte sie jedoch häufig in ihrem Dorf in der Nalgonda Gegend.

Nach einiger Zeit wurde Jayamma schwanger und bekam ein Mädchen. Aus diesem Grund entschieden sich die beiden zusammenzuziehen. Sie zogen nach Hyderabad und lebten als glückliche Familie in Uppal.

 

Jayammas Tragödie

Jayammas Ehemann wurde alkoholabhängig und gab viel des gemeinsamen Geldes für Alkohol aus, sodass Jayamma die Situation bald nicht mehr aushalten konnte.

Außerdem fing er an, sie damit zu quälen, sie müsse Geld mit nach Hause bringen, um den Alkohol finanzieren zu können. Er stellte sie einem Menschenhändler vor, wodurch sie unfreiwillig in die Prostitution gelang.

Sie war verwirrt, wusste nicht, was sie machen oder wohin sie gehen sollte. Sie wollte ihr Leben beenden, konnte und wollte jedoch ihre kleine Tochter nicht alleine lassen.

 

Jayamma verdiente mit der Prostitution Geld, aber sie hatte keinen inneren Frieden und ihr Herz zerbrach an ihrer Tätigkeit. Wann immer sie einen Freier traf, dachte sie über ihr unglückliches Leben nach und verglich es mit dem von privilegierteren Frauen. Auch sie bekam Probleme mit übermäßigem Alkoholkonsum, in dem sie ihren Schmerz und ihre Qualen ertrank.

Sie wusste nichts über HIV und AIDS oder andere sexuell übertragbare Krankheiten und kannte auch keine Kondome.

 

Jayamma -  eine soziale Reformerin

Jayamma erlebte selbst großes Elend, weshalb sie die Probleme und die Gründe für das Elend anderer Frauen verstehen konnte. Sie wurde verschleppt, mehrfach vergewaltigt, verprügelt, verkauft, fälschlicherweise eingesperrt, von ihrem Ehemann sowie von Kunden physisch und psychisch missbraucht, von Polizeibeamten gequält und verletzt. Daraufhin fing sie an, Frauen mit ähnlicher Lebensrealität zusammenzubringen und einen Kampf zu beginnen.

 

Jayamma und ihre ehrenamtliche Organisation

Mr. Jaya Singh Thomas, eine Führungskraft der „IDRS“-Organisation in Hyderabad, lernte Jayamma kennen, als er an einer HIV/AIDS-Präventionsveranstaltung für Frauen aus der Prostitution teilnahm. Nachdem er Jayammas Führungsqualitäten sowie deren Durst danach, die Würde vieler Frauen wiederherzustellen, entdeckte, bot er ihr an, seiner Organisation beizutreten, damit die Organisation ihre Ideen realisieren könne. Zuerst lehnte sie ab, da sie an der Durchführbarkeit des Projekts zweifelte, als jedoch die Organisation weitere Male auf sie zukam, konnte sie überzeugt werden.

 

Jayamma – Eine der ersten Frauen, die aus der Prostitution ausbrach

Im Jahre 1999 wurde Jayamma von der Organisation gebeten, eine Position als Koordinatorin einzunehmen. Die Organisation war damit die erste in Andhra Pradesh, die ein Mitglied aus der Gemeinde in ihrem Projekt aufnahm. Jayammas Leben verbesserte sich rapide und sie fieberte dem Tag entgegen, an dem alle Frauen aus ihrem Umfeld zusammenkommen könnten, um gegen die menschengemachte Misere vieler Frauen zu kämpfen.

Die Organisation unterstützte die Idee, die Situation von Frauen aus der Prostitution zu reformieren. Sie hatte mit mehreren Strategien Erfolg damit, viele Frauen zusammenzubringen, um 2001 unter dem Namen Chaithanya Mahila Mandali (CMM) eine neue Organisation zu registrieren.

 

Jayamma – Mutter von vielen aus CMM

Jayamma wurde die Präsidentin dieser Organisation. Sie veröffentlichte viel über die Lebensumstände von Frauen aus der Prostitution. Außerdem startete sie private und staatliche Partnerschaften.

Seit Chaithanya Mahila Mandali gegründet wurde, wurde Jayamma zum Vorbild von vielen Menschen. Ihr wurden während dieser Zeit viele Steine in den Weg gelegt, wie Razzien durch die Polizei, Probleme mit der Öffentlichkeit und Vermietern, anderen Frauenorganisationen, Kunden, Gerichtsverhandlungen und Probleme zwischen den Frauen und Menschenhändlern und anderen Drahtziehern der Prostitution.

Doch der Erfolg der Organisation machte sich nichtsdestotrotz schon bald bemerkbar.            


Dies ist ein beeindruckender Artikel über Jayamma, der von „World pulse“ veröffentlicht wurde: https://www.worldpulse.com/en/community/users/stella-paul/posts/21254